Themenabend Palliativmedizin

22.01.2025 |

Hoffnungsschimmer am Lebensende – Vortrag und Fragerunde mit Prof. Dr. Bernd Alt-Epping

Am 22.01. 2025 durften wir im AMH Herrn Professor Alt-Epping, den ärztlichen Direktor der Klinik für Palliativmedizin in Heidelberg, begrüßen. Der Titel, mit dem wir den Abend überschrieben hatten, war „Hoffnungsschimmer an der Grenze des Lebens“. Unter diesem Aspekt teilte Herr Alt-Epping mit uns wertvolle Eindrücke aus seinem Arbeitsalltag mit schwerkranken Menschen.
 
Zunächst gewannen wir einen guten Einblick in das Feld der Palliativmedizin mit seinen spezifischen Aufgaben und Zielsetzungen. Herr Alt-Epping klärte uns darüber auf, was für seine Patient*innen besonders wichtig sei und wie sich die Palliativmedizin bemühe diesen Bedürfnissen gerecht zu werden. Ein Beispiel war etwa die 24-7 Erreichbarkeit. Dabei kam auch in den Blick, was eine mit großen Schmerzen und dem Gefühl der Ohnmacht verbundene Krankheit in der Psyche des Menschen anrichten kann und wie Krankheit Menschen isolieren kann.
 
Herr Alt-Eppingen kam auf Hoffnungen seiner Patient*innen und das Verlieren von Hoffnung zu sprechen. Beeindruckend war wie Herr Alt-Epping uns mit hineinnahm in die Situation seiner Patient*innen, wobei einerseits eine starke Empathie aus ihm sprach und andererseits die für seine Professionalität notwendige Distanz gewahrt wurde. Darauf kamen wir dann auch noch zu sprechen, als die sehr spannende Frage aufkam, wie der Mediziner persönlich damit umgehen könne, täglich Menschen mit so schlimmen Schicksalsschlägen zu begegnen, ohne selbst psychisch daran kaputtzugehen. Es kam heraus, dass Herr Alt-Epping seinen Beruf und die Begleitung von seinen Patient*innen sehr schätzt. Es sei allerdings sehr wichtig den Arbeitsalltag vom Privatalltag bewusst abzugrenzen. Das könne etwa durch die Bedeutung des Arbeitskittels, den man abends wieder abstreifen und in der Arbeit lassen kann, sinnbildlich und durchaus auch sehr konkret zum Ausdruck kommen.
 
Alles in allem war es ein sehr besonderer Abend, der zum Nachdenken angeregt hat und uns einen Einblick in einen Bereich gegeben hat, der für die meisten von uns zuvor noch eher unerschlossen war.
Text: Miriam Sperl